Abschiedsgottesdienst von der Kirche Zur Heiligen Familie

Es war ein schmerzlicher Abschied: Viele von uns hatten die Kirche Zur Heiligen Familie heranwachsen sehen. Für einige war sie über 60 Jahre ihre Pfarrkirche, in den ersten Tagen des Neuen Jahres wird sie profaniert.
Zum Abschied hatten wir uns einen eigenen Gottesdienst gewünscht, nur für uns und unsere Partnerinnen. Es war sehr emotional: Annegret, Elisabeth und Mechthild hatten alles wieder toll vorbereitet. Jeder Sänger bekam in einem Umschlag ein zusammengefaltetes Blatt: Tür eines Gebäudes und dazu einen Schlüssel. Aufgeklappt sah man die Kirche, von der wir uns verabschiedeten, mit den Daten „Kirchweihe am 15.12.1958 – Profanierung am 02.01.2022“.
Annegret las zu Beginn und am Schluss besinnliche Texte von einer Tür, die verschlossen ist, die wir aber öffnen können. Aus dem Buch Kohelet trug sie die Lesung vor „Alles hat seine Zeit“.
Pastor Lehmbrock gab die Empfindungen gut wieder: Trauer und Ohnmacht, nichts ändern zu können. Dennoch gebe der Zusammenhalt im Chor ein gutes Gemeinschaftsgefühl und viel Freude und Zuversicht.
Herbert erinnerte in den Fürbitten an die großen Probleme, die durch die Pandemie entstanden sind, und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Impfskeptiker solidarisch werden und die Bemühungen der Mediziner mit unterstützen möchten. Er schloss die vielen Menschen in die Fürbitten ein, die flüchtig, heimatlos, krank und unterernährt sind. Auch die Bitten der Chormitglieder schloss er ein, für die Verstorbenen, besonders für die jüngst verstorbenen Agnes und Heinz Middendorf, Georg Terwege und Doris Kleinewegen.
Der Chor trug, ungewohnt mit Corona-Abstand, einige mehrstimmige Adventslieder, Kyrie und Sanctus bei.

Ludger erklärte am Ende des Gottesdienstes zur Freude aller, in den Anhängern im Umschlag seien Splitter aus dem Glas der Fenster dieser Kirche verarbeitet, so hat jeder jetzt die Möglichkeit, ein Stück Kirche an den Weihnachtsbaum zu hängen.
Klaus und Herbert lobten zum Jahresende noch einmal den freundschaftlichen Geist unter den Sängern, dann kam Monika noch kurz nach vorne voller Hoffnung, dass sie bald wieder gesund sein würde. Sie wurde mit freundlichem Applaus begrüßt und auch wieder verabschiedet.
Zu Hause warteten schon Fotos von Johannes und Monika, unsere Dirigentin hatte sogar während der Messe unsere Gesänge aufgezeichnet und verschickte sie noch am gleichen Abend.
Zu danken haben wir all den vielen netten Menschen, die zum Gelingen dieses Abschiedsgottesdienstes beigetragen haben.
Danken möchten wir aber auch allen, die sich in diesem pandemischen Jahr beteiligt haben an den Chorproben per Telefonkonferenz, in der Kirche, im Pfarrheim; bei allen, die in Vertretung des ganzen Chores gesungen haben in den Gottesdiensten und bei den Ständchen; bei allen, die durch Geburtstagswünsche, kurze Meldungen und nette Fotos in der WhattsApp-Gruppe die freundschaftlichen Beziehungen innerhalb des Chores befördert haben.

GANZ HERZLICHEN DANK sagen wir unseren Chorleitern: Monika, verbunden mit den besten Genesungswünschen und Klaus für seine Bereitschaft, Monikas Vertretung voll zu übernehmen.

Wir wünschen allen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Jahreswechsel und hoffen gemeinsam, dass die Pandemie endlich zu Ende geht.

Fotos: Hannes Tepasse, Monika Hebing

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